Out of Mexiko: „Denn sie sterben jung“ von Antonio Ruiz-Camacho

In Mexiko-Stadt träumt Familie Arteaga vom  schicken Italien-Urlaub. Eigens hat sie eine Sprachlehrerin engagiert, um so gut es geht auf Bella Italia vorbereitet zu sein. Das Leben ist nichts als schön, auch weil man es sich leisten kann. Ein unscheinbarer Satz freilich, dem der Leser auf Seite 26 begegnet, weist in eine andere Richtung. Es … Out of Mexiko: „Denn sie sterben jung“ von Antonio Ruiz-Camacho weiterlesen

Petrarca im Bild: Annäherung an ein Genie

Selbst die sechs Graböffnungen im Laufe der Jahrhunderte haben keine Klarheit herbeigeführt. Wie Francesco Petrarca (1304–1374), die literarische Lichtgestalt der Renaissance, tatsächlich ausgesehen hat, konnte bei all diesen mehr oder minder seriösen Bemühungen  nicht ermittelt werden. Und dabei bleibt es wohl auch. Denn bei der letzten Besichtigung im Jahre 2003, durchgeführt anlässlich des 700. Geburtstags … Petrarca im Bild: Annäherung an ein Genie weiterlesen

Özlem Özgül Dündars Roman „Und ich brenne“ über den Brandanschlag von Solingen

  Die Schreckensnacht von Solingen hat sich in Özlem Özgül Dündars Erinnerung fest eingeschrieben. Sie selbst stand 1993 vor dem abgebrannten Haus, als sie zehn Jahre alt war, und hörte, wie die Erwachsenen über den rechtsextremistischen Brandanschlag sprachen, bei dem fünf Menschen türkischer Herkunft ums Leben gekommen  waren. Von dieser Mordtat handelt auch ihr Roman-Projekt … Özlem Özgül Dündars Roman „Und ich brenne“ über den Brandanschlag von Solingen weiterlesen

Michael Ondaatje mit „Kriegslicht“ auf Tournee

Vom „Fantasma der Reinigung“ war erst ganz am Schluss die Rede. Also von der Angst vor dem Fremden, welche die  Populisten  weltweit schüren, nicht zuletzt  solche, die selber oder deren Vorfahren einst als Fremde in ihre neue Heimat gezogen sind. Michael Ondaatje, der großartige Autor von Weltliteratur, konnte in Köln nur verständnislos den Kopf schütteln, … Michael Ondaatje mit „Kriegslicht“ auf Tournee weiterlesen

Jennifer Egan über Donald Trumps amerikanische Psyche

  Noch ist Amerika nicht verloren. Nicht, solange es so helle Köpfe gibt wie Jennifer Egan einer ist. Es dauert bei der Lesung in Köln fast eine Stunde, bis der Name das erste Mal fällt: Donald Trump. Die amerikanische Schriftstellerin, die mit ihrem Roman „Manhattan Beach“ derzeit auf Lesereise in Deutschland ist, skizziert  da im Kölnischen … Jennifer Egan über Donald Trumps amerikanische Psyche weiterlesen

Maxim Biller packt „Sechs Koffer“

  Maxim Biller ist kein Harmonie-Virtuose. Das ist nicht nur  bei  seinen  Fernsehauftritten  zu bemerken, sondern auch  seiner Literatur eingeschrieben. Exemplarisch steht dafür der Roman „Esra“, der weiterhin dem Buchhandel vorenthalten wird, weil die Justiz die  Persönlichkeitsrechte einer real nachweisbaren Romanheldin   verletzt sieht. Zwar hat nahezu jedes Werk eine autobiographische Grundierung – und sei es, … Maxim Biller packt „Sechs Koffer“ weiterlesen

Olivier Guez erzählt vom „Verschwinden des Josef Mengele“

    Den Anfang macht ein Zitat des polnischen Dichters  Czeslaw Milosz: „Ihr, die ihr Leid über den einfachen Mann brachtet,/ ihr, die ihr über sein Leid lachtet, fühlt euch nicht sicher./ Der Dichter erinnert sich.“ Einer, der Leid über  viele Menschen  gebracht hat, war Josef Mengele; und einer, der nun an den Nazi-Arzt erinnert, … Olivier Guez erzählt vom „Verschwinden des Josef Mengele“ weiterlesen

Kurz und gut: Jack Kerouac

Kurz und gut (10):  Jack Kerouac mit "Gammler, Zen und hohe Berge" Okay, die Geschichte ist uralt. Und trotzdem so taufrisch wie eben erst in den Computer gehauen. Die Kurzfassung: Japhy Ryder kifft sich die amerikanische Westküste hoch. Jazz, Frauen, Joint und seinen Schlafsack – mehr braucht der Mann nicht. Jack Kerouac hat die fantastische … Kurz und gut: Jack Kerouac weiterlesen

Auch Deutsche unter den Opfern: Rom zur Goethezeit

Franz Wercker hatte einen Traum. Von dem  erzählt  der Kölner Schriftsteller Christian Schnalke in seinem Debütroman „Römisches Fieber“: „Jahrelang hatte Franz davon geträumt, aufzusteigen vom Sohn eines Tagelöhners zu einem respektierten, vielleicht sogar angesehenen Dichter, doch seine geduldigen heimlichen Studien, all die durchlesenen und durchschriebenen Nächte, in denen er mit fiebernden Augen und glühendem Herzen … Auch Deutsche unter den Opfern: Rom zur Goethezeit weiterlesen

Kurz und gut: Hilary Mantel

Kurz und gut (9): Hilary Mantel mit "Der Hilfsprediger" Ein Mann mischt ein Dorf auf. Bringt die Nonnen des nahen Klosters auf dumme und den abtrünnigen Father Angwin auf noch viel dümmere Gedanken. Ist der neue Hilfsprediger von Fetherhoughton, der eines nachts tropfnass vor dem Pfarrhaus steht, der Teufel? Ein Engel? Oder ein stinknormaler Betrüger, … Kurz und gut: Hilary Mantel weiterlesen

Comic-Zeichnerinnen erzählen von der Arbeit: „Spring“ mit Jubiläumsausgabe

  „Spring“ bleibt, was es war: Ein Illustrationsmagazin, das ausschließlich von Zeichnerinnen organisiert wird. Jetzt schon zum 15. Mal. Einmal im Jahr kommt es in Hamburg heraus, mittlerweile erscheint es im mairisch-Verlag. Und zum Jubiläum machen sich die Frauen an die „Arbeit“ – im doppelten Sinne. Aber wieso müssen Männer draußen bleiben? Auf diese Frage … Comic-Zeichnerinnen erzählen von der Arbeit: „Spring“ mit Jubiläumsausgabe weiterlesen

Julia von Lucadous „Hochhausspringerin“ steigt aus

Die Frage stellt sich dem Leser der „Hochhausspringerin“ von Seite zu Seite drängender: Wie weit entfernt sind wir von der Zukunft, die in diesem Roman ausgestellt wird? Sind es 5000 Jahre – oder doch nur 50? Es ist eine Welt der totalen Kontrolle. Perfektion ist Trumpf. Wer nicht effizient arbeitet, wer seinen Köper und Geist … Julia von Lucadous „Hochhausspringerin“ steigt aus weiterlesen

Eva Menasses Jahrhundertfamilienroman „Vienna“

Der Roman geht los, wie ein Roman losgehen muss, der überreich ist an Stoff und Drama: „Mein Vater war eine Sturzgeburt. Er und ein Pelzmantel wurden Opfer der Bridgeleidenschaft meiner Großmutter, die, obwohl die Wehen einsetzten, unbedingt noch die Partie fertigspielen musste.“ Indem Eva Menasse gleich zu Beginn ihres Romans „Vienna“ eine Geburt mit einer … Eva Menasses Jahrhundertfamilienroman „Vienna“ weiterlesen

Kurz und gut: Kent Haruf

Kurz und gut (7): Kent Haruf mit "Unsere Seelen bei Nacht" Die 70jährige Addie ist einsam seit dem Tod ihres Mannes. Also fragt sie einer Tages ihren Nachbarn Louis, ob er nicht bei ihr übernachten möchte. Was ganz und gar nicht gut ankommt im Städtchen Holt in Colorado. Von Addies Sohn Gene ganz zu schweigen. … Kurz und gut: Kent Haruf weiterlesen

Michael Köhlmeiers neuer Roman über „Bruder und Schwester Lenobel“

  Dr. Robert Lenobel (55) ist verschwunden. Der Psychoanalytiker aus Wien hat keine Nachricht hinterlassen, warum oder wohin. Muss man sich Sorgen machen? Ehefrau Hanna alarmiert ihre Schwägerin Jetti in Irland. Die eilt nach Wien. Doch mehr als ein paar Psychokämpfe zwischen den Frauen kommt dabei erst einmal nicht heraus. Hanna beklagt das „Lenobeltum“, das … Michael Köhlmeiers neuer Roman über „Bruder und Schwester Lenobel“ weiterlesen