Granatsplitter im Knie: Alex Beers packender Kriminalroman „Das dritte Grab“ spielt im Wien der 1920 Jahre

Foto: Bücheratlas / M. Oe.

Man schreibt das Jahr 1923. Wien leidet noch immer unter den Folgen des Ersten Weltkriegs, während sich am Horizont bereits die nächste Katastrophe abzeichnet. Im Stechschritt marschieren die ersten Braunhemden durch die Straßen der Stadt und grölen Hassparolen gegen Juden, Homosexuelle und Andersdenkende. Kriminalinspektor August Emmerich hat indes ganz andere Sorgen. Sein Jugendfreund Kolja ist verschwunden. Eine Blutlache in dessen Wohnung lässt vermuten, dass der jüdischstämmige Politiker und ehemalige Hehler ermordet wurde. Doch wo ist Koljas Leiche?

„Das dritte Grab“ ist der siebte Band einer gut recherchierten historischen Krimiserie von Alex Beer. Angesiedelt im Wien der 1920er Jahre, erzählen die Bücher vom Leid der Kriegsheimkehrer, von Hunger, Entbehrungen und der gefährlichen Verbohrtheit der Ewig-Gestrigen.

Emmerichs Suche nach Kolja

Auch August Emmerich gehört zur großen Schar der Kriegsversehrten. In einem seiner Knie steckt ein Granatsplitter. Auch seine seelische Gesundheit hat auf den Schlachtfeldern gelitten. Die Suche nach Kolja führt ihn zurück in die ersten Jahre nach Kriegsende, als sein Freund noch zu den Schiebern gehörte und sein Geld als Schwarzhändler verdiente.

Alex Beer ist studierte Archäologin. Die Suche nach historischen Zusammenhängen gehört zu ihren Kernkompetenzen, und das merkt man ihren Büchern an. Wie schon die Vorgängerbände lebt auch „Das dritte Grab“ von der Detailgenauigkeit der Beschreibungen und der Fähigkeit der Autorin, die Atmosphäre jener Zeit einzufangen. Ganz zu schweigen von der packend erzählten Geschichte.

Petra Pluwatsch

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haben wir schon einige Male über Alex Beer berichtet – was sich leicht über die Suchmaske herausfinden lässt. Besprechungen gibt es zu „Felix Blom – Der Häftling aus Moabit“ von 2023 (HIER), „Das schwarze Band“ von 2021 (HIER) und „Unter Wölfen“ von 2020 (HIER).

Alex Beer: „Das dritte Grab“, Blanvalet, 352 Seiten, 23 Euro. E-Book: 19,99 Euro.

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