Rettung für Wallraf naht – Landesregierung NRW kündigt Hilfe bei der Restaurierung an

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Brüche, Risse, Flecken – die Bibliothek des manischen Sammlers Ferdinand Franz Wallraf wird in  der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek aufbewahrt. Sie ist in einem jämmerlichen Zustand. Aber – ihr könnte alsbald geholfen werden. Foto: Bücheratlas

Die umfangreiche  Bibliothek des Ferdinand Franz Wallraf (1748 –1824) ist weiterhin in einem maroden Zustand. Der einzige Kölner „Erzbürger“ hatte vor 200 Jahren der Stadt  seine vielfältige  Sammlung testamentarisch überlassen – mit der Auflage, nichts davon  zu veräußern. Und gewiss in der Erwartung, dass all das, was er da zusammengetragen hatte, angemessen gepflegt werde. Dabei hat der Mann, an den derzeit eine Ausstellung im Wallraf-Richartz-Museum erinnert, gewiss auch an seine Bücher gedacht. Doch die sind, wie Christiane Hoffrath, die zuständige Dezernentin für Historische Bestände und Sammlungen in der Universitäts- und Stadtbibliothek (USB), feststellt,  in einem schlimmen Zustand.

Von den gebrochenen Buchrücken und  wasserfleckigen Buchseiten war an dieser Stelle bereits die Rede. Zwischenzeitlich hat die USB ein Buchpatenprojekt aufgelegt, um Unterstützer für einige wenige ausgewählte Werke zu finden – etwa für ein Mineralienbuch von Albertus Magnus von 1569 oder für eine französische Sittenlehre von 1759.   Doch das kann nur ein winziger Tropfen auf einem sehr heißen Stein sein. Denn mindestens 5000 Bände müssten dringend restauriert werden, sagt  Hoffrath – also gereinigt, gebunden, ausgebessert, wiederhergestellt, stabilisiert und verpackt werden.  Die Kosten dafür kann  die Universitäts- und Stadtbibliothek alleine nicht stemmen. Denn die werden auf knapp 1,5 Millionen Euro  veranschlagt.

Nun aber ist Rettung in Sicht. Isabel Pfeiffer-Poensgen,  Kulturministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, ist „der  schlechte Zustand der Wallraff-Bibliothek in Köln“ bekannt. Sie halte  „bestandserhaltende Maßnahmen für unbedingt erforderlich“, teilt das Ministerium auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Daher habe Pfeiffer-Poensgen  vorgeschlagen, zunächst ein Gutachten zu erstellen, um ein genaueres Bild vom Schadenszustand zu bekommen. Auf dieser Grundlage sollen „Arbeitspakete“ geschnürt werden, die eine sukzessive Bearbeitung nach Dringlichkeit möglich machen. Der Satz, der allen, denen an der Sanierung und Sicherung des Wallraf’schen Erbes gelegen ist, besonders willkommen ist: „Das Land ist bereit, gemeinsam mit anderen Förderern sowohl das Gutachten als auch die Restaurierung finanziell zu unterstützen.“  Hubertus Neuhausen, Direktor der Universitäts- und Stadtbibliothek,  reagierte auf diese Nachricht: „Das ist doch großartig!“ Er freue sich sehr darüber, dass das Land NRW sich bei diesem Projekt engagieren wolle.

Martin Oehlen

 

Buchpaten für ausgewählte Werke der Sammlung Wallraf sucht die Universitäts- und Stadtbibliothek. Informationen online:

http://www.ub.uni-koeln.de/ueber_uns/buchpaten

http://www.ksta.de/kultur/literatur-land-will-wallrafs-bibliothek-retten-30695864

 

 

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