Jenseits des Gesetzes: Sechs Kriminalromane stehen auf der Shortlist zum Crime Cologne Award 2022

Da sind es nur noch sechs Titel! Die Shortlist zum Crime Cologne Award 2022 steht fest. Und es gilt, was immer gilt, wenn solche Listen auftauchen: Da kann jeder, der einschlägig interessiert ist, eine Leseanregung finden. Wer in diesem Falle das Rennen macht, wird im Rahmen des Festivals am 30. September um 19.30 Uhr im Clouth 104 in Köln bekanntgegeben.

Bereits seit 2015 ist es das Ziel des „Crime Cologne Award“, dem deutschsprachigen Kriminalroman eine Bühne zu bieten. Prämiert wird laut Veranstalter ein Werk, das „spannende Unterhaltung auf herausragendem Niveau“ bietet. Das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro wird vom Kulturamt der Stadt Köln bereitgestellt. Die fünfköpfige Jury bilden: Mike Altwicker (Vorsitz), Carsten Sebastian Henn, Petra Pluwatsch, Birgitt Schippers und Margarete von Schwarzkopf.

Hier also die sechs Titel der Endauswahl in alphabetischer Folge. Die Inhaltsangaben, die wir hier zitieren, stammen alle vom jeweiligen Verlag. Was andeuten soll, dass wir uns an dieser Stelle überhaupt nicht einmischen wollen in die Debatte, wer die Auszeichnung vor allem verdient hat.


Martin von Arndt: „Wie wir töten, wie wir sterben“ (ars vivendi)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Bonn, 1961: Agent Dan Vanuzzi wird vom französischen Auslandsnachrichtendienst angeheuert, zwei in der BRD untergetauchte Mitglieder der algerischen Befreiungsarmee aufzuspüren. Der Algerienkrieg tobt mittlerweile seit sieben Jahren, und den beiden werden Kriegsverbrechen an französischen Soldaten zur Last gelegt. Um sie zu fangen, muss Vanuzzi seine ganze Kraft und Erfahrung aus zwanzig Jahren Geheimdienst aufbieten. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass niemand der ist, der er zu sein scheint. Vanuzzi kontaktiert seinen alten Gefährten Rosenberg, der als Mossad-Agent in der BRD den ehemaligen KZ-Kommandanten Arthur Florstedt aufspüren und nach Israel entführen soll. Rosenberg wird dabei mit seinem eigenen Trauma konfrontiert, der Ermordung seiner Familie im KZ und seinem eigenen Überleben. Vanuzzi und Rosenberg versuchen sich gegenseitig zu helfen und begeben sich in die Abgründe der Geschichte…

Horst Eckert: „Das Jahr der Gier“ (Heyne Verlag)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Der britische Journalist Oscar Ravani wird in Düsseldorf auf offener Straße mit dem Messer angegriffen. Ein rassistisch motiviertes Attentat? Kriminalrätin Melia Adan und Hauptkommissar Vincent Veih wollen die Aussagen noch einmal unter die Lupe nehmen. Doch ein vermeintlicher Zeuge ist plötzlich unauffindbar. Ravani selbst schweigt. Mit seinen Recherchen zu einem großen Finanzdienstleister könnte er sich allerdings Feinde gemacht haben. Die Firma gilt als deutsches Vorzeigeunternehmen mit engen Kontakten zur Politik. Wie viel an dieser Erfolgsstory ist echt? Für ihre Ermittlungen begeben sich Vincent und Melia in eine finstere Parallelwelt von ungeahnten Ausmaßen.

Linus Geschke: „Das Loft“ (Piper)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Ein schickes Loft in Hamburg. Ein Paar Anfang dreißig, Sarah und Marc, und ihr Mitbewohner Henning, Marcs bester Freund. Drei Jahre lang sind sie aufs Engste verbunden, teilen ihre Träume und Sehnsüchte. So scheint es zumindest. Dann aber wird Henning grausam ermordet, und sämtliche Spuren deuten auf Sarah und Marc. Hat sie ihn getötet, war er es? Haben sie es gemeinsam getan? Und was hat ihre einst so große Liebe von einen Tag auf den anderen zerrissen? Bei den Vernehmungen erzählt jeder seine eigene Geschichte, aber nur eine ist wahr. Wenn überhaupt …

Tommie Goerz: „Frenzel“ (ars vivendi)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Die Polizei, dein Freund und Helfer? Nicht für Frenzel. Verkorkste Jugend, Kleinkriminalität, Drogen, schließlich Körperverletzung mit Todesfolge und sieben Jahre Knast. Seitdem haben sie ihn auf dem Schirm. Überall und immer. Frenzel wird kein Freund der Polizei mehr. Er lässt aber auch keine Gelegenheit aus, sich mit ihr anzulegen. Als sich in seinem Umfeld irgendwann Dinge ereignen, über die er anders denkt als die Hüter des Gesetzes, will er es wissen. Denn vier Leichen sind kein Zufall mehr. Er beginnt zu ermitteln – auf eigene Faust und mit ganz eigenen Methoden. Und er kann anders arbeiten als die Polizei. Schneller, direkter und vor allem: jenseits des Gesetzes. So gerät er immer tiefer in den Sumpf der Vergangenheit und bringt Dinge ans Tageslicht, die längst unter der Erde waren …

Petra Ivanov: „Stumme Schreie“ (Unionsverlag)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Bruno Cavalli und Regina Flint stehen vor ganz neuen Herausforderungen. Cavalli kehrt nach langem Aufenthalt in den USA in die Schweiz zurück und tritt eine neue Stelle an. Dort wartet eine heikle Aufgabe auf ihn: Er soll einen Vorwurf gegen einen Polizisten untersuchen. Währenddessen kriecht das Verbrechen beunruhigend nah an Flint und Cavalli heran. Ein Junge aus der Kita ihrer Tochter ist verschwunden. Die Mutter ist nicht aufzufinden, der gewalttätige Vater wettert von Kindesentführung. Rettung oder Straftat? Erstmals dürfen sich Flint und Cavalli nicht austauschen, und so beginnt Cavalli, auf eigene Faust zu ermitteln. Mit seinen Methoden steht er zunehmend allein da und versinkt immer tiefer in ein riskantes Unterfangen.

Jan Costin Wagner: „Am roten Strand“ (Galiani Berlin)

Verlagsangabe zum Inhalt:

Gerade hat das Ermittlerteam um Ben Neven und Christian Sandner ein entführtes Kind befreien und einen der Täter fassen können. Allerdings läuft eine interne Untersuchung an, weil Ben dabei einen der Entführer erschossen hat – da wird klar, dass der Fall eine noch weit größere Dimension hat. Die Polizisten finden Hinweise, dass es ein ganzes Netzwerk von Tätern gibt, die sich gegenseitig im Internet austauschen – kurz danach wird einer von ihnen ermordet. Auch der Verdächtige in Untersuchungshaft stirbt auf rätselhafte Art und Weise. Irgendwann wird klar: nicht nur die Polizei, auch frühere Opfer sind wohl auf das Netzwerk gestoßen – und nehmen jetzt Rache. Die Ermittler finden sich in der paradoxen Situation wieder, dass sie einerseits gegen Verbrecher ermitteln, deren Taten in ihnen eine tiefe Verstörung auslösen – und dass sie diese Täter gleichzeitig vor einer unbekannten Bedrohung schützen müssen. Und ausgerechnet der Polizist, in dem viele seiner Kollegen einen Helden sehen, bewahrt ein Geheimnis, vor dem er sich selbst entsetzt …

(BA)

Auf diesem Blog

findet sich ein Beitrag zur Longlist der Crime Cologne 2022 – und zwar HIER.

In eigener Sache

Petra Pluwatsch, auf dem „Bücheratlas“ aktiv, ist Mitglied der Jury.

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