All die schönen Tanker: Taschen feiert sein Verlags-Jubiläum mit vielen Sonderausgaben (und wir verlosen einige davon ♣ ♣ ♣)

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Jamie Hewlett zeichnete dieses Gruppenbild für die Oper „Monkey“  von Damon Albarn. Foto: Taschen Verlag / Jamie Hewlett

Benedikt Taschen wusste schon früh, wohin die Reise gehen sollte. In Köln gründete er im Jahre 1980, einen Tag vor seinem 19. Geburtstag, einen Verlag und eröffnete in der Lungengasse die „Internationale Buchhandlung für Trivialliteratur“. Dass die Zeit reif sei, um die Karriere zu starten, tat er damals unmissverständlich kund: „Onassis hat sich ja auch mit 19 den ersten Tanker gekauft.“ Mit diesem Selbstbewusstsein gelang es ihm, einen global operierenden Verlag zu etablieren, Buchhandlungen in mehreren Metropolen zu eröffnen und hochwertige Bildbände zu veröffentlichen, die kaum zu übersehen sind. Mit dieser Tanker-Flotte kreuzt Taschen 40 Jahre nach der Gründung als Weltmarktführer seines Fachgebiets auf allen Meeren.

Wie der Jung-Unternehmer und Donald-Duck-Fan sein erstes Kunstbuch verlegte, ist immer noch eine schöne Geschichte von Findigkeit und Wagemut. Mit dem Geld seiner Eltern und einer Tante kaufte er 1984 in den USA einen Restposten von 40.000 René-Magritte-Bänden zu je einem Dollar auf und bot diese in Deutschland zum Preis von 9,95 DM an. Der Plan ging auf. Innerhalb kurzer Zeit war die Auflage vergriffen.

Kunst im Buch, so die Erkenntnis, muss nicht teuer sein. Noch heute setzt der Verlag immer wieder auf günstige Angebote. Die Hardcover-Ausgaben der „Kleine Reihe Kunst“, die seit 1985 erscheint, gibt es für jeweils 10 Euro. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um die „meistverkaufte Kunstbuchreihe aller Zeiten“. Allerdings hat Taschen auch eine starke Neigung zu extrem teuren und sehr aufwendig dimensionierten Publikationen. Was einst die Folianten waren, läuft hier unter dem Label „Sumo“. Gerade die Luxus-Ausgaben sind bei Sammlern beliebt – der Sumo-Band zum Werk von Helmut Newton, der 17.500 Euro kostet, ist „sold out“.

Selbstverständlich hat die Corona-Krise auch den Taschen-Verlag erwischt. Aber Marlene Taschen, Tochter des Verlegers und seit 2017 Geschäftsführerin des Verlags, zeigt sich in einem Gespräch mit dem Fachmagazin „Buchreport“ optimistisch: „Das Interesse an Kunst besteht weiterhin, zumal auch Museumsbesuche längere Zeit nicht möglich waren. Am Anfang des Corona-Schocks hatten die Menschen natürlich andere Sorgen, aber in jüngster Zeit zieht die Nachfrage auch gerade bei den hochpreisigen Büchern wieder an. Es gibt eine gewisse Wiederbelebung.“

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Nesseltiere und Staatsquallen aus dem Werk von Ernst Haeckel Foto: Taschen Köln / Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen

Aktuell blickt der Verlag, der seinen offiziellen Sitz in Köln hat, auf die ersten 40 Jahre zurück. Zur Feier des Jubiläums gibt es zahlreiche Bände, die in der jüngeren Vergangenheit erschienen sind und in kompakten Sonderausgaben zum Preis von jeweils 20 Euro neu aufgelegt werden. Die Auswahl spiegelt das Spektrum des Verlags von der Kunst über den Körperkult bis zur Kulturgeschichte. In der ersten Geburtstags-Lieferung finden sich Bildbände über die Architektur von Antoni Gaudí und die Malerei von Jean-Michel Basquiat, schwarz-weiße Mode-Fotografien von Peter Lindbergh und kraftvoll-kämpferische Comics von Jamie Hewlett, 750 ausgewählte Covers von Rock-Alben und spektakuläre Wohnräume in „Homes for Our Time“, aus dem 19. Jahrhundert zudem die dekorativen Blumenbilder von Pierre-Joseph Redouté und die verwunschenen Tierzeichnungen von Ernst Haeckel.

Sicherlich ist die starke Identifikation mit den Büchern eine wichtige Basis für den Erfolg des Verlags. Denn was hier verhandelt wird, interessiert die Verantwortlichen zumeist auch persönlich. „Vieles in diesem Programm ist autobiografisch“, sagte Benedikt Taschen einmal im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, „und weil das Leben sich ändert, ändert sich auch das Programm.“ Im Grunde sei Taschen ein „Fachverlag für Anthropologie.“ Da lernt man nie aus.

Martin Oehlen

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Exklusive Verlosung für unsere Follower

Wer einen dieser Bände gewinnen will, sollte bei unserer Verlosung mitmachen, die wir am 9. August 2020 auf diesem Blog vorstellen. Exklusiv nur für angemeldete Follower.

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Die Sonderausgaben anlässlich des Verlagsjubiläums von Taschen kosten jeweils 20 Euro. Insgesamt sind 19 Bände geplant.

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Foto: Bücheratlas

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